Das Obere Schloss in Greiz

Unser neuer Schlossturm nach historischem Vorbild

 


Die erste urkundliche Erwähnung einer Burg fällt in die Jahre 1209 und 1225.
Auf dem sich 50 m über die Stadt erhebenden Schlossberg gelegen, war das Obere Schloss Sitz der Herrschaft Reuß, des späteren Fürstentums Reuß ä.L. Von hier aus hat sich auch die Geschichte des Greizer Parkes entwickelt., der auf Betreiben des Hauses Reuß  angelegt und ständig erweitert und umgestaltet worden ist.

 

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Ausflug in mittelalterliche Zeiten                                         OTZ  21. Januar 2008

Rundgang durch die Gewölbekeller des Oberen Schlosses ist bauseitig fertig gestellt
Von Kathrin Schulz Greiz. 

Während sich in den Fürstensälen des Oberen Schlosses Rokoko und Moderne zu einem harmonischen Rendevouz zusammenfinden, bieten die zweigeschossigen Kellergewölbe unmittelbar darunter einen bautechnischen Ausflug in die Gründerzeit der Burg auf dem Greizer Schlossberg.

Unter den Verputzschichten jüngeren Datums trat Backsteinmauerwerk und Naturstein zutage, die Kennern der Materie einiges über die Baugeschichte des Gebäudekomplexes zu erzählen vermögen.

Über das zentral gelegene Treppenhaus - später einmal über einen Fahrstuhl - gelangen die Besucher in einen Vorraum ins erste Kellergeschoss mit Gewölbe aus dem 17. Jahrhundert. Dieser Zugang wurde in die bis zu zwei Meter starken Wände des Gewölbes gesägt.

Die Verputze im gesamten Bereich wurden abgenommen, das Gewölbe freigelegt und saniert, wie Barbara Hessel vom Greizer Hochbauamt erklärt. In der einstigen Bar des Restaurants "Schlosskeller" findet sich der Besucher jetzt im Untergeschoss eines mittelalterlichen Wohnturmes in der Zeit um 1200 wieder. Die zwei romanischen Schlitzfenster, eines weist eine zusätzliche Lüftungsöffnung für die damalige Holzfeuerung auf, geben dem Raum sein charakteristisches Aussehen. In der gegenüberliegenden Raumecke konnten Reste eines Kamins gefunden werden, so dass man von einem beheizbarem Wohnturm oder einer Kemenate ausgeht. Das Gewölbe, dass Wissenschaftler und Bauleute darüber öffneten, wird auf das 17. Jahrhundert datiert. Balkenlöcher einer ursprünglichen flachen Holzdecke sind ebenfalls zu sehen. Die ursprüngliche Hypothese einer mittelalterlichen Fußbodenheizung, einer so genannten Hypokaustenheizung, konnte nicht nachgewiesen werden.

Mit Licht ist der alte Schatzgräbergang effektvoll ins Szene gesetzt. Man möchte, während man vom Bodengitter auf ihn hinunterblickt, nur zu gerne glauben, dass er noch Geheimnisse bereit hält. Durch wieder ausgegrabene weil von den Altvorderen bei Schlossumbauten mit dem Bauschutt der Jahrhunderte verfüllte Kellergänge führt der Weg in den zweiten Wohnturm, vorbei an Inseln roten Backsteins aus mittelalterlicher Zeit, durch Durchgänge unter Entlastungsbögen, die der Laie erst auf den zweiten Blick erkennt. Im Bereich des einstigen Fürstenzimmers konnten historische Fensteröffnungen wieder freilegt werden. Hier, in diesem zweiten Wohnturmkeller, der auf die Zeit um 1329 datiert wird, wurde eine Treppe nach unten gefunden und freigelegt, sodass das zweite Kellergeschoss mit seinem lang gestrecktem Tonnengewölbe direkt über diese Treppe erreicht wird.


Foto: kupke-webdesign


Bauseitig, das bestätigte Bürgermeister Gerd Grüner auch vor den Gästen das Neujahrsempfanges, ist der Rundgang durch die Kellergewölbe fertig gestellt. Erste Führungen sind in diesem Frühjahr geplant.

Eine geologische Ausstellung sowie eine Ausstellung zur mittelalterlichen Baugeschichte sollen in diesem Bereich des Schlosses ihren Platz finden.

Der eigentliche Gastraum des früheren Schlosskellers, das große Tonnengewölbe im Ostflügel, soll künftig ebenfalls in den Besucherrundgang integriert werden. Er wird ebenfalls über den Fahrstuhl, der im Vorraum halten wird, zu erreichen sein.

20.01.2008 

Inzwischen historische Aufnahmen

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