Fürstlich ins Weihnachtsfest
Mehr als 900 Interessierte beim Tag der offenen Tür im Oberen Schloss
Von Sandra Smailes Greiz (OTZ). Viele Greizer nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, die renovierten Fürstensäle und das Kellergeschoss im Oberen Schloss zu besichtigen und gleichzeitig einen interessanten sowie unterhaltsamen Ausflug in der Vorweihnachtszeit zu verbringen.
Überrascht waren die Mitarbeiterinnen der städtischen Touristinformation über den großen Zuspruch nicht, aber sehr erfreut. "Wenn etwas organisiert wird und dann so gut angenommen wird, macht die Arbeit doppelt Freude", sagte Mitarbeiterin Corinna Zill. Sie war mit vier Kolleginnen am Sonnabend von 10 bis 18 Uhr im Schloss, um den Besuchern Fragen zur Renovierung zu beantworten, kleine Führungen durchzuführen und Produkte aus der Region zu verkaufen. "Durch die große Nachfrage im Büro war uns klar, dass viele Gäste kommen würden und das freut uns sehr", sagte sie. Mit Hilfe einer Strichliste wurden die Besucher gezählt. Kurz vor 15 Uhr waren schon 900 Gäste gezählt. Zu ihnen gehörte auch Monika Strobel. Sie hatte 33 Jahre lang auf dem Schloss gewohnt und nimmt jede Gelegenheit war, das Haus zu besuchen. Über den Sanierungsfortschritt ist sie sehr erfreut.
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Ein Greizer Bürger, der als Ein-Euro-Jobber an der Renovierung mit geholfen hat, war mit seinen zwei Kindern und dem Enkel gekommen, um ihnen das Schloss zu zeigen. Christiane Kupke, Inhaberin des Büros für Kommunikation und Design, und Sabine Pinks, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, nutzten ebenfalls die Gelegenheit zum Rundgang. Obwohl sie auch zum Tag der offenen Tür oder der Vorstellung der Ausgrabungsergebnisse im Schloss waren, gebe immer wieder Neues zu entdecken. "Es ist toll zu sehen, wie viele Leute sich für das Schloss interessieren", sagte Sabine Pinks. Bei sonstigen Führungen können Besucher lediglich durch die Glastür in die Fürstensäle blicken, denn die edlen Zimmer werden für besonders Anlässe geschont.
Endlich einmal in den renovierten und mit Stuckarbeiten, dem Originalzustand angenäherten Räumlichkeiten zu stehen, war auch Margitta Uhlig aus Kleinreinsdorf und Annelie Börsch aus Elsterberg wichtig. Sie hat über 40 Jahre lang in Greiz gearbeitet und ist bis heute am Schloss und der reußischen Familie interessiert. "Ich kenne die Räumlichkeiten noch, wie sie vor dem Wanddurchbruch für das Staatsarchiv waren und bin nun sehr beeindruckt", sagte sie.
Mehrere Gästen wunderten sich allerdings über die modernen Lampen in den barocken Räumlichkeiten. Ein älterer Mann ärgerte sich über die Handläufe aus Edelmetall. "Da gehört doch eine schöne Holzarbeit hin", sagte der Greizer. Wieder andere erkundigten sich nach Preis und Arbeitsaufwand, wenn die Räumlichkeiten für private Veranstaltungen gemietet werden. Ehrenamtliche Mitglieder der Arbeiterwohlfarth (AWO) boten den Besuchern heiße Getränke, selbstgebackene Plätzchen und Süßigkeiten in Geschenkverpackungen an. Das Angebot wurde von vielen genutzt und somit hatten die Frauen viel zu tun. Literweise Glühwein, dutzende Tassen Kaffee und viele Muffins, aber auch Plätzchen wurden verkauft. "Die Einnahmen sind für unsere Kreativwerkstatt bestimmt. Dort wird ab Januar für die 800-Jahrfeier in Greiz gearbeitet", sagte Bärbel Tröber.
Bereits am 26. Dezember findet ab 14 Uhr die nächste Schlossführung ab dem Torhaus statt. Auch das Museum und die Touristinformation sind am zweiten Weihnachtsfeiertag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
23.12.2007